Wirklich, heute muss ein wunderschöner Tag werden. Ein Blick aus dem Fenster kann dies bestätigen. Doch es ist wie immer im Leben, irgendetwas trügt den noch so wolkenlos schön blauen Himmel.
Heute beginnt für mich ein Kurs, von dem ich mich bis anhin abwenden konnte. Dreimal habe ich ihn herausgeschoben, in der Hoffnung, bis zum Start eine Stelle zu haben. Doch die Verfügung vom Amt für Wirtschaft und Arbeit liegt nun auf dem Tisch.
Entsprechend werde ich mich heute unter ein paar neue Gesichter mischen um herauszufinden, ob mir das 3000 Fr. teure Geschehen helfen kann einen Job zu finden. Doch weder die Beschreibung des Kurses, noch die Worte meines RAV-Beraters konnten mir aufzeigen, was dieses Unterfangen genau beinhaltet. Der Absatz “Die Teilnehmer haben bis Ende des Trainings eine feste Stelle oder einen Zwischenverdienst (60%)” weckt Hoffnung, erinnert aber mehr an ein Trainingslager für schwer vermittelbare Menschen. Verständlicherweise macht sich da ein Misstrauen breit, welches anzweifelt, dass diese Aktion von grossem Nutzen ist.
Auch wenn ich mit offenen Augen dieses “Training” antreten werde, so wächst die Überzeugung noch immer, bald eine Stelle ohne diese Begleiterscheinung zu haben.
Ich nehm jetzt mal an, das ist der Kurs, den ich auch besucht hatte damals. (Leider erwähnst Du eben nicht, was für ein Kurs es ist…)
Ich kann mich nicht mehr so ganz erinnern, aber die Schwerpunkte waren in etwa: richtiges Bewerbungsschreiben, Inserate richtig deuten – und darauf reagieren, Verhalten bei Vorstellungsgesprächen. Vorallem ging es darum, wie man selbst auf Andere wirkt.
Ja, ich war damals auch skeptisch gegenüber diesem Kurs. Trotzdem habe ich bald gemerkt dass, wenn ich nicht mitmache, ich auch nichts lerne dabei. Es gab dann tatsächlich so Querschläger, die nicht mitmachten. Wir hatten sogar einen, der musste nach Hause gehen und erhielt dadurch Sperrtage
Aber glaube mir, ich hatte dank diesem Kurs mehr Vorstellungsgespräche und mehr Rückmeldungen erhalten, als jemals zuvor! Den jetzigen Job hat es dann einen Monat nach dem Kurs geschneit. (also nicht ganz auf Ende des Kurses, wie es versprochen wird)
Natürlich hatte ich noch Kontakt zu meinen ca. fünfzehn Mitbestreitern, welche alle (!) innerhalb drei Monaten nach dem Kurs einen Job erhalten hatten!!
- und jetzt sag mir noch einer dieser Kurs lohne sich nicht…
Es liegt immer an einem selber, ob man von so einem Kurs profitieren kann, oder nicht. Der Kurs nennt sich JobFit, so weit ich das im Kopf habe.
So habe ich hier schnell eine kurze Zusammenfassung der letzten Tage:
Montag: Etwa 15 neue Gesichter, eine Kursleiterin, die zwar viel Fachwissen mitbringt als ehemalige Personalfachfrau, aber auch ihr ganzes Leben erzählt. Ausser dass wir den jeweiligen Stuhl-Nachbarn vorgestellt haben, ist nichts passiert.
Dienstag: War ich nicht anwesend, hatte einen Probetag. Laut meinen Mitkürslern habe ich nichts verpasst…
Mittwoch: Aufgabe dieses Tages war, seinen kompletten Lebenslauf und noch viele andere Dinge in einen standartisiertes Word-Dokument zu bringen, welches anschliessend dem RAV vorgelegt wird.
Donnerstag: Präsentation seiner eigenen Fähigkeiten, Kompetenzen, Schwächen, etc. Interessant zu hören was andere so tun im Leben. Am Nachmittag hingen alle unkoordiniert im Internet, um Stellen zu suchen (2h).
Freitag: Rest der Präsentationen, nachmittags wieder vor dem Rechner – Stellen suchen.
Zwar weiss ich jetzt, was sich in etwa in diesem Kurs abspielen sollte, aber ich weiss noch immer nicht, wie das vor sich gehen soll. Beispiel: Die Kursleiterin hat in meinen Unterlagen rumgemalt. Entsprechend wollte ich ihr aufzeigen, warum ich das so gemacht habe. Sie wehrte ab und meinte, dafür hätten wir dann im Einzelgespräch Zeit (voraussichtlich irgendwann nächste Woche).
Dieser Kurs soll unterstützen, sich besser verkaufen zu können – nur geht er in einem Schneckentempo vorwärts, obwohl er mit “intensiv” betitelt ist.
Dass nicht alle den gleichen Level haben, ist klar. Entsprechend wäre es sinnvoll, die Leute etwas besser einzuteilen um besser arbeiten zu können.
Also um ehrlich zu sein denke ich, dass wenn das Qualifikations-Level bei einigen tatsächlich überdurchschnittlich hoch wäre, diese Personen auch nicht anwesend wären/ sein müssten. Profitieren kann man immer etwas, auch wenn es einem im ersten Augenblick nicht ganz so deutlich erscheinen mag. Je mehr man den Dingen eine Chance gibt, umso sinnvoller mögen sie einem erscheinen.
Ich gebe Dir ein Stückweit Recht. Die erste Woche dient zur eigenen Standortbestimmung. – das kann auf manche langweilig wirken, Andere profitieren davon… Ausserdem sind vermutlich nicht alle PC-begabt, so dass es gar keine schlechte Idee ist mal mit ihnen eine Suche im Internet durchzugehen. Vieles läuft ja mittlerweile über das Netz.
Die zweite Woche wird interessanter. Bei uns war es so, dass wir in der zweiten Woche eine Art Rollenspiel gemacht haben. Das heisst, einer war der Personalberater und der andere war der Stellensuchende. Anschliessend besprach man miteinander was gut und was schlecht war. Natürlich gab es auch noch andere Rollenspiele…
Gegen Ende der Woche wird dann im Einzelgespräch das Erlebte besprochen und die Unterlagen angeschaut, eventuell angepasst. – da proffitiert man am Meisten.
Aber vielleicht profitierst Du auch gar nicht davon. Das kann ich Dir nicht sagen. Ich denke wir werden es bald wissen…
Was mich allerdings interessieren würde ist Dein letzter Satz. Wie würdest Du denn entscheiden, welche Leute wie einzuteilen sind?
Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ihr zwei den Kurs besucht und nicht ich.
Angenommen, eine Gruppe von 15 Leuten, altersmässig zwischen 23 und 55 diskutiert untereinander und fühlt sich wie in eine 2te Klasse zurückversetzt, in der von A nach Z alles genau nach Plan läuft. Sozusagen “so liebe Schüler, jetzt machen wir diese Aufgabe und wenn ihr fertig seit, schauen wir einen Schritt weiter.
Ich bin absolut kein Neuling, was Bewerbungen angeht, habe schon zig davon getippt und hatte gerade sechs Vorstellungsgespräche, von denen zwei recht positiv verliefen. Entsprechend kann ich behaupten, dass mir alles bisher überhaupt nicht weitergeholfen hat.
Die Unterteilung dieses Kurses würde ich einerseits nach Alter, Erfahrung und Position machen. So, dass Leute, die sich bisher nur persönlich beworben haben und die die keine Ahnung von PCs haben in einen Grundkurs kommen., während die “erfahrenen Hasen” (Leute mit zig Stellen, jahrelanger Erfahrung und Kompetenzen) in eine andere Stufe kommen, in welcher sie gefördert werden und nicht nur gelangweilt rumsitzen, weil so gut wie nichts, was weiterhelfen könnte im Kurs behandelt wird. Sozusagen ein “Intensiv-Kurs”, bei welchem viel genauer auf die einzelnen Personen eingegangen werden kann und nicht nur 100x vorstellen und ein paar Rollenspiele an der Tagesordnung stehen.
Bei uns im Kurs hat es mehrere Personen, welche nicht nur höhere Ausbildungen haben, sondern auch Führungserfahrung.
Versteht ihr, was ich meine?
Die Kursleiterin hat wirklich Fachkompetenz, hält sich aber strikte an das enttäuschend langweilige Programm und ist insofern nicht bereit auch nur einen kleinen Schritt davon abzuweichen.
Dazu kommt, was ich eine rechte Frechheit finde, dass man nach Vorlage einen Lebenslauf ohne die kleinste Lücke und mit zig persönlichen Daten anfertigen muss. Genau nach Muster. Obwohl das RAV meinen Lebenslauf seit dem ersten Tag kennt. Die Daten werden gesammelt vom Amt für Wirtschaft und Arbeit.
Wozu? Weiss der Geier – nicht mal die Kursleitung. Nur muss es perfekt sein. Vielleicht hilft das ja bei der Stellensuche, wenn die Daten dann jahrelang irgendwo abgelegt werden.
Du schreibst: “Ich bin absolut kein Neuling, was Bewerbungen angeht, habe schon zig davon getippt und hatte gerade sechs Vorstellungsgespräche, von denen zwei recht positiv verliefen….”
Da kommt bei mir schon die Frage auf, warum es dann immer so lange dauert bis auch ein positives Resultat dabei rauskommt. An irgendetwas muss es ja liegen…. Aber ich glaube, es macht keinen Sinn das hier weiter auszuführen, weil es mich in den Fingern juckt gewisse Dinge zu schreiben, die bestimmt nich hierhin gehören und unser bisher annehmliches Verhältnis durcheinander bringen könnten.
In diesem Sinne viel Glück bei der Stellensuche, ich drück Dir die Daumen und bis auf weiteres…
sheepmom: du hast ja meine mail und tel.
[...] mehr habe ich mit meinen Mitstreitern feststellen können, dass der Kurs die Grenze des Ertragbaren überschritten hat. Seit einer Woche haben wir nun eine Aushilfe, die [...]