Nicht von ungefähr kommt die Bezeichnung Theater für den ganzen Swissair-Prozess. Dass heute alle Angeklagten freigesprochen wurden, verwundert nicht weiter, jedoch schon, dass einige von ihnen satte Abfindungen bis zu fast einer halben Million kassieren. Genau genommen sind das über drei Millionen, welche höchstwahrscheinlich dem Steuerzahler zur Last fallen könnten. Dazu kommen die bisher 4.5 Mio Prozesskosten, von denen ich lieber nicht sprechen möchte. Es geht also ums Geld. Um viel Geld sogar.
Auch wenn viel geschrieben wurde in den 4150 Bundesordnern, so einfach wird sich diese Geschichte nicht verabschieden. Trotz den Freisprüchen empfand das Gericht die Anklage als gerechtfertigt und der Staatsanwalt wird in den kommenden zehn Tagen entscheiden müssen, ob er den Prozess weiterzieht. Die Chancen dazu stehen gut, da einige der Anklagepunkte in der zweiten Instanz mit Erfolg gesegnet sein könnten (welch dehnbare Formulierung).
Und irgendwie muss doch auch das Volk etwas zufrieden gestellt werden. Dazu gehört jemand, der die Schuld an diesem Debakel trägt, zur Verantwortung gezogen werden kann. Wenn einfach nur eine Firma pleite gegangen wäre, hätte kein Hahn danach gekräht, doch hier ist eine stolze Schweizer Fluggesellschaft in die Brüche gegangen.