Der Regen prasselt gerade an das Fenster, vor dem ich sitze. Unglaublich, wenn man bedenkt, dass wir Januar haben und die auf morgen angesagten Temperaturen sich zwischen 8 und 12 Grad befinden sollen. Angesichts der für diese Zeit sonst normalen Temperatur vom um 2 Grad, doch etwas warm…
In Davos war es glücklicherweise kühler und schneite wie aus Kübeln um uns genialsten Schnee zu bescheren. Zusammen mit einem blutigen Snowboardanfänger gings ab auf die windigen Pisten um Falltechniken bei Sicht unter 10m zu perfektionieren.
Leider hat die Inneneinrichtung des Hotels nicht ganz unseren Wünschen entsprochen, worauf wir kurzerhand das ganze Zimmer “umgestalteten”. Ein Kraftakt, welcher sich lohnte und den Zugang zum Kühlschrank (Fensterbrett) erleichterte. Übrigens: Amaretto mit Apfelsaft schmeckt seeehr lecker.

Ach ja, da gabs ja noch den Ausgang. Oder das, was davon übrig geblieben ist. Angesichts dessen, dass man in der Bolge um zehn Uhr schon nicht mehr reingelassen und gleich mit einem “es liit a diar” verabschiedet wird, versucht man es ein paar Meter weiter an der Promenade. Doch in der Ex-Bar, in welcher die Stimmung mit einem toten Kuhfladen beschrieben werden könnte, der DJ mehr telefoniert als auflegt und die Gäste schier einschlafen, macht es auch nicht so recht Spass. Gegenüber im Carlos, welches bislang für den besten Caramel-Macciato stand, vermochte man uns nicht einmal einen Solchen zu servieren. Den gibt es anscheinend nur noch tagsüber, genauso wie die Hälfte der Getränkekarte. Schade eigentlich.
Für genau solche Fälle gibts den Stephan vom Pronto-Shop, welcher uns mit viel Elan einen Tequila verkaufte, um den Abend doch noch zu retten. Mit Orange und Zimt versteht sich. Die Gespräche im umgebauten Hotelzimmer schweifen vom Dammriss 1 bis 4 über sprudelnde Glückshormone einer Frau bei der Geburt, kastrie… ääh kahlrasierten Hummer-Proleten, die sich mit ihrem Saufgelage (und Auto) brüsten bis hin zu Bisihosen… Entsprechend kam Mia mitten in der Nacht vorbei um etwas aufzuräumen. Bin ich etwa resistent gegen dieses mexikanische Getränk?
Wer gerne thailändisch isst, dem sei das Strela empfohlen. An der oberen Strasse 39 etwas versteckt liegend, isst man dort wirklich sehr, sehr lecker, mit freundlichster Bedienung und Preisen die im normalen Rahmen liegen.
Beim Italiener ein paar Strassen tiefer trifft man beim Warten auf einen Tisch schon mal auf eine verstörte Züriberg-Schnäpfe, die dem Personal beim hereintapsen sogleich ein “sind ihr scho voll?!” mit arrogantem Akzent entgegenwirft. Sogleich folgt ein “ja oder nei – ich mues mim Maa Bscheid geh!!” in noch hässigerem Ton. Ein Grinsen lässt sich kaum vermeiden, oder wars die Faust in der Jackentasche? Wieder tapst sie vorbei – durch die Küche – mit einem Bodenlümpchen an der Leine und pubertierendem Söhnchen im Louis-Vuitton-Style. Hinterher wackelt etwas verpätet der Geldgeber, etwas verzottelt mit grauen, längeren Haaren. Wahrscheinlich musste er noch den Flachlandjeep parkieren.
Wäre Tequila-Amaratto-Baylies eigentlich ein schöner Name für ein Kind?
Schon mal in einem Bergrestaurant über die Namen der Angestellten philosophiert? Macht Spass, aber die Trefferquoten sind nicht sehr berauschend – Miri, Debi, Steffi, Irene, Eloy oder Markus? Dumme Idee, nicht? Dafür gabs an den Evolution-Days ein paar geile Sprünge zu sehen.

Zugegeben, vier Tage sind einfach etwas wenig, um sich an die Winterwelt zu gewöhnen. Es war sehr amüsant und schreit nach einem baldigen Wiedersehen. Davos zeigte, dass es doch noch einen Winter gibt, auch wenn im Städtchen die Sonne den Schnee schon wieder etwas zum schmelzen brachte.