September 14, 2010 0

Die Fähigkeit unfähig zu sein

By Strohsilo in Allgemein

Da sitze ich seit ein paar Minuten zu Hause, beisse an meinem voher gekauften Schoggikuchen herum und frage mich, was denn nun schon wieder schief gelaufen ist.

Eigentlich weiss ich es ja, weiss es sogar sehr genau, dass ich es wieder verbockt habe. Erneut. Ungewollt. In einer selbstzerstörerischen Art, die alles möglich macht – oder eben unmöglich.Nein, ich weiss nicht genau, warum ich so handle. Und ich frage mich oft, ob das nicht auch anders funktionieren kann. Heute Abend wollte ich meine Streetportraits machen, ein Projekt für die Schule, welches schon bald eine Woche überfällig ist. Aber ich habs bisher nicht geschafft. War vor ein paar Tagen schon mal einen ganzen Abend unterwegs, habe Bilder in meinem Kopf gemacht, gemalt. In meinem Kopf. Aber ich habe niemanden angequatscht. Niemanden.

Ich habe schon ganze Castings gemacht, Menschen auf der Strasse dazu überredet für Werbung Ihr Gesicht herzugeben. Und das hat geklappt. Gut geklappt. Vielleicht, weil es gar nicht für mich war. Weil ich nur der Zwischenhändler war. Aber so genau weiss ich es nicht. Ich stehe einfach an und zwar heftig.

Niemanden habe ich gefragt, kein Foto gemacht. Es lässt mir keine Ruhe, weil ich weiss dass ich das kann, dass ich Leute ansprechen kann und dass ich die Bilder wie ich sie im Kopf habe umsetzen kann. Ich kann, ich kann, ich kann, ich kann. Die Frage ist nur, wie ich das mache und woher ich diesen verdammten Mut klaue um das wirklich durchzuziehen.

Wenn ich schon einen Marco Rima fotografieren kann ohne Berührungsängste, dann kann ich das wohl auch, oder? Sollte man meinen. Ich muss das können.

Morgen kommt meine geliebte Kamera noch einmal mit in die Tasche. Und dann bringe ich mindestens 10 verschiedene Portraits von unbekannten Menschen nach Hause. Keine Diskussion. Das muss jetzt einfach.

*ginggisfüdli*

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