November 14, 2005 4

Eine nervzerreissende Fotolöschaktion

By Strohsilo in Compiuter

Ein wunderbares Horrorszenario ist mir dieses Wochenende über den Weg gelaufen. Passiert nicht immer dann etwas, wenn man pressiert, mit den Gedanken schon weiter ist und sich eigentlich auf die liebe Technik verlässt? Ach liebe Überzeugung, weiche der Skepsis und verschone mich von weiteren Unheilen dieser Art…

Was ist passiert? Nun, der [DEL] – Button liegt an einer gut zugänglichen Stelle auf der Tastatur, so dass das Löschen eines ganzen Verzeichnisses kein wirkliches Problem darstellt. Auch nicht, wenn man sich gewohnt ist, die Bestätigung dazu schnell und fast schon chronisch wegzuklicken.

So ist es dann auch passiert: Statt eines einzigen Fotos einer Party vom letzten Freitag habe ich das komplette Verzeichnis weggeputzt. Zack-bum-weg! Och da gibts ja noch den Papierkorb, meint der versierte User, doch kopfschüttlend muss ich da einwenden, dass dieser auf einem Linuxserver abstinent ist. Auch eine Wiederherstellung gestaltet sich somit als nicht wirklich einfach…

Tragisch wird es erst, wenn man dem Veranstalter versprochen hat ihm die Fotos zur Verfügung zu stellen. Der Druck sie wiederherzustellen steigt, die Nerven sind eh schon gereizt und eigentlich sollte man schon parat für den nächsten Ausgang sein – natürlich mit Kamera. Dann, eine rettende Blitzidee, vielleicht sind die Daten ja noch zu retten auf den Kärtchen? Dies ist schnell versucht und tatsächlich scheint es bestens zu klappen – jedenfalls steigt die Laune. Doch dummerweise hat der gute Herr schon wieder neue Fotos geschossen und somit die Wiederherstellung fast unmöglich gemacht….

Augenverdrehend und noch mehr genervt sitze ich vor dem Rechner – die Zeit drängt. Schlussendlich waren 50 der 150 Fotos zu retten. Leider nicht wirklich ein grosser Erfolg. Zukünftig werde ich das Thema Datensicherung wohl etwas ernster nehmen müssen. Wie sagt man so schön: Aus Fehlern lernt man.

Es war trotzdem ein schönes Weekend – aber ob ich doch wieder zur analogen Fotographie zurücksteigen soll?

Weitersagen:
  • Twitter
  • del.icio.us
  • Google Bookmarks
  • Tumblr
  • Digg
  • Technorati

4 Responses to “Eine nervzerreissende Fotolöschaktion”

  1. [...] Zuhause angekommen nehme ich mein ungeduldig erwartetes Päckchen aus dem Briefkasten und bereite mir wunderbar feine Frühlingsrollen (im Spätherbst??) zu… Hmmm, dazu muss ich wohl noch ein Rezept tippen! Auch wenn es kaum Erholung geben wird, die nächsten zwei Tage, so freue ich mich trotzdem darauf. Morgen in aller Frühe aufstehen um mir ein paar überteuerte Tickets zu ergattern, der Schwester das Auto reparieren, die letzte Möglichkeit ausschöpfen meine verlorenen Bilder zu retten, ein paar hoffentlich gute Gespräche führen… Es gibt viel zu tun und das Wochenende dürfte noch mindestens zwei Wochen länger dauern um alles zu erledigen was ansteht. [...]

  2. Marcel Lanz sagt:

    Mit ext2 lassen sich versehentlich gelöschte Dateien mit etwas Glück zurückholen. Bei neueren, auch Journaling Systemen, wirds schwierig.

    Da Du von der “Del” Taste sprichst, nehme ich an Du benutzt sowas wie KDE oder Gnome; dort lässt sich meist ein Papierkorb einrichten. Konsolen-User definieren für “rm” eine alternative Variante, die Dateien zuerst in ein Verzeichnis verschieben (geht ruck,zuck, falls die Dateien auf dem gleichen aufwerk liegen) Mit einem cronjob, kannst Du dann periodisch Dateien löschen die z.Bsp. älter als 7 Tage sind.

    Du siehst, mit etwas vorarbeit liessen sich solche Stress-Events vermeiden. Ich bin bei Photos so paranoid immer gleich eine Kopie zu erstellen, bevor ich damit was anstelle; “trau keinem Computer”.

  3. Strohsilo sagt:

    Den Server habe ich als Samba in einem Windows Netzwerk. Somit habe ich von XP aus die Dateien gelöscht. Da meine Erfahrung bezüglich Linux noch nicht wirklich sehr gross ist, habe ich auch keinerlei Vorsichtsmassnahmen getroffen um das Disaster in solch einem Fall verhindern zu können.

    Die Platte ist momentan als RO gemountet, ich komme vielleicht heute Nacht noch dazu, einen neuen Server auf die Beine zu stellen (brauchte zuerst 2 neue HD’s). Mit diesem versuche ich die alte Platte nach folgendem Muster zu retten: http://lists.suse.com/archive/suse-linux/2003-Jun/0048.html

    Vielleicht habe ich ja so noch eine Chance. Zukünftig will ich täglich eine Sicherung laufen lassen auf eine zweite Platte. Dann sollte sich so ein Disaster eigentlich nicht wiederholen (ausser man löscht die Files schon vor dem ersten Backup). Um Tips jeglicher Art bin ich froh…

  4. [...] Unglaublicherweise habe ich es doch noch geschafft, meine gelöschten Fotos wiederherzustellen… Allerdings braucht man dafür viel Zeit, zwei neue Kernel, eine grosse leere Festplatte und genug Nerven, das ganze über sich ergehen zu lassen. [...]

Leave a Reply