Dezember 5, 2006 4

Emotionale Tage

By Strohsilo in Nachdenkliches

Neben mir liegt ein Buch mit dem Titel “Warum haben Männer Brustwarzen”. Und jedes Mal, wenn ich dieses medizinische Gedankengut in die Finger kriege, frage ich mich, wer all diese Fragen gestellt haben mag. Wem war es wohl so langweilig um sich Fragen wie “Ist es gefährlich, einen Menschen zu essen?”, “Können heisse Bäder unfruchtbar machen?” oder “Soll man auf ein blaues Auge ein Steak legen?” auszudenken? Wenn man (so wie ich) auf dem Klo durch diese Seiten blättert und den einen oder anderen Artikel liest, ist das recht unterhaltsam. Doch bilde ich mich damit wirklich weiter? Würde hier neben mir nicht besser eine Englisch-Lektion liegen?

Ach, ich schweife wieder ab und der Blick aus dem Fenster offenbart mir, dass es draussen eher April als Dezember ist. Der Der Wind peitscht um die Ecken, es regnet schon wieder, es ist viel zu warm und der Winter lässt entsprechend noch etwas länger auf sich warten. Schnee und Winter wäre jetzt schön und wohltuend.
Manchmal fühle ich mich genauso trüb wie das Wetter, frage mich, ob ich in die richtige Richtung gehe und das mache, was ich wirklich möchte. Es muss sich noch einiges ändern in meinem Leben, um den Weg gehen zu können, den ich wirklich möchte. Gefühle laufen Amok, zerren mich von einer Seite zur anderen. Nein, es hat niemand gesagt, dass das Leben ein Zuckerschlecken ist, doch manchmal könnte ich wirklich daran verzweifeln. Aber es gibt sie, die Situationen, die mein Herz erwärmen und meine Seele berühren. Das schaffen nur ganz wenige Menschen und ich umgekehrt bei ihnen. Kennt ihr das auch? Man kann fast blind vertrauen und ist sich sicher, ernst genommen zu werden, kennt die andere Person so gut, dass manchmal ein Blick reicht um sich zu verständigen und man kriegt so viel zurück, dass es richtig Freude macht durch den Tag zu gehen. Man kann so sein wie man wirklich ist, ohne missverstanden zu werden. Diese Menschen machen das Leben lebenswert und geben viel Kraft für neue Taten.

Balsam für die Seele.

Ach ist das Leben schön.

Es stehen alle Türen offen, man muss sie nur sehen wollen, sie durchschreiten, sich getrauen. Und niemand kann den Weg für einen gehen, man muss es immer selber tun.

Ich mache mich auf den Weg.

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4 Responses to “Emotionale Tage”

  1. Henrietta sagt:

    …und obwohl wir so tun als ob wir manchmal einfach zurücklehnen möchten und uns auf den Lorbeeren ausruhen die wir schon geerntet haben, streben wir nach mehr.
    Das Leben zu spüren und zu erleben bringt Fragen, Emotionen, Verzweiflungen und Unsicherheiten mit sich. Doch auch genau in diesen destaströsen Momenten kann man trotzdem zufrieden sein.
    Und weitermachen.

    Genau, das Leben ist schön.

  2. Strohsilo sagt:

    Du hast schon recht damit. Nur gibt es halt einfach Punkte im Leben, an denen man sich fragen muss, ob man so wie bisher weitermachen will. Manchmal muss man etwas ändern um weiter zu kommen und sich mit Fragen beschäftigen, die man gar nicht erst sehen möchte.

    Das Leben ist kein Zuckerschlecken. Und wohin es mich führen wird, weiss ich noch nicht.

  3. Henrietta sagt:

    Aufhören zu verändern bedeutet stehenbleiben.

    Zu wissen wohin das Leben führt wäre nur halb so spannend.

    Und ab und zu ist das Leben eben doch ein Schoggischtängeli.

    Hugs

  4. Strohsilo sagt:

    Nein, nicht stehen bleiben. Aber einen stimmigeren Weg einschlagen. Einer, der mehr Sinn macht und einen weiter bringen kann. Ein Ziel vor Augen haben finde ich genauso wichtig.

    Genau das fehlt momentan etwas. Den Weg sehen, den man gehen kann.

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