Mag man Bloomberg-TV gar schon als bildend einstufen, Arte als Kulturkanal und die Privaten als Unterschichtenfernsehen?
M. Croche hat dazu einen interessanten Bericht veröffentlicht. Darin erkennt man genau, wie die Medien auf verschiedene Gesellschaftsschichten zielen, und dies mit Erfolg, da das Niveau entsprechend angepasst wird. Bestes Beispiel ist dabei Big Brother, eigentlich ein Phänomen, mit dessen Unterhaltungswert man kaum eine Kloschüssel sauber kriegt. Trotzdem wird auch noch heute mit besagter Realityshow massenweise Geld umgesetzt. Weshalb? Die angesprochene Schicht kann sich wunderbar damit identifizieren, im TV werden sozusagen die eigenen Probleme besprochen. Apropos Probleme: Selbes Spiel läuft doch auch in Talk-Shows und Konsumentenmagazinen wie dem Kassensturz. Das Fernsehen ist nahe beim Kunden, in diesem Fall der unteren Schicht. Daher wird das Spektakel auch Unterschichtenfernsehen genannt.
Eigentlich ausgeklügelt, dieses Marketing. Man bringt dem einfachen Bürger das Flimmern auf der selben Wellenlänge, auf der er selber schwimmt. So erfolgreich ist die Strategie, weil es damit möglich ist, eine extrem grosse Bevölkerungsgruppe anzusprechen. Wir haben ja schon in der Schule verschiedene Bildungsstufen, warum nicht auch beim TV?
Ein weiterer Grund, sich dieser Maschinerie zu entreissen. Medien sind zwar etwas spannendes, zugegeben, doch die Fernsehlandschaft langweilt mich. Print und Web kann man wunderschön filtern, nur genau das lesen, was einem wirklich beliebt.