In fast allen Zeitungen wird von Gewalttaten an der Streetparade berichtet, einem Toten, zwei Messerstechereien, etc. Auch davon, dass mehr passiert als früher. Da wird der Verein Streetparade angeprangert, selbiger argumentiert auch am Zürifest gab es Ausschreitungen, ein Herumgeschiebe.
Alles Panikmache? Oder mutiert die friedliche Parade zu einem Zug aufgeblähter Neu-Erwachsener, welche sich mit ihrer Gewaltbereitschaft profilieren?
Meiner Meinung nach lässt sich eine Schuld nicht so einfach jemandem unterjubeln. Denn die Gründe für solche Ausschreitungen, wie sie hier noch vereinzelt vorkommen, liegen viel tiefer. Mag es bei gewissen Sportveranstaltungen schon zu wahren Treffen gewaltbereiter Gruppen kommen, so liegt es hier (noch) vielmehr am Wandel der Gesellschaft. Den Konflikten, die verschiedene Gesellschaften mit sich bringen, der Überflutung an Reizen und all denen, die das Wort “Respect” vielmehr zur Stärkung des eigenen Egos benutzen um ihre Gewaltbereitschaft sofort ausleben zu können. Dazu kommt noch eine grössere Menge Alkohol und perfekt ist der Cocktail, welcher nur kurz angeschubst werden muss, um zu eskalieren.
Pure Fiction? Keineswegs. Wer sich spät Nachts noch mit einer S-Bahn auf den Heimweg begab, wurde teils unfreiwilliger Zeuge solcher Eskalationen. Da ist das Zücken eines Messers nichts besonderes, wenn der Freund den Betrunkenen mit einem kleinen Stubs darauf hinweist, dass er doch besser seine Freundin nicht befummeln sollte. Das Ego ist schnell angekratzt, bei manchem Messertragenden mit Akzent noch viel schneller. Und so etwas kommt jedes Wochenende vor, nicht nur an der Parade oder Zürifescht.
Respect.

…und sechs Stunden später eine Messerstecherei auf der selben Brücke…
Meine Mutter liess mich mit 15 Jahren bereits an die Street Parade und ein Jahr später an die Energy, dass würde ich heute meinen Kindern niemals mehr erlauben. Manche Dinge gar nicht lange her und haben sich doch so verändert. Schade, dass man sich heute nur noch mit Prügel und Messer auseinandersetzen kann und vorallem gefährlich für alle, die sich (noch) nicht daran gewohnt sind.