Auch wenn ich gerade das fünfte Vorstellungsgespräch innert einer guten Woche hinter mich gebracht habe, die Zeit zuvor recht mühsam war und mich kaum einen Schritt vorwärts gebracht hat, so habe ich irgendwie das Gefühl noch nicht viel weiter zu sein.
Irgendwie befriedigt mich das Ganze nicht. An einem Ort will man mich nur temporär anstellen, mit eventueller Aussicht auf “weitere Projekte”, andererorts werde ich schon beim ersten Gespräch auf Kunden eingestellt, welche dem Durchdrehen nahe sind. Dann findet man sich in einer Firma wieder, die zwar einen freundlichen Chef hat, aber hinter dem Empfang hängen vier Jungs rum, die kaum den Mund aufmachen.
Von den fünf Stellen war keine dabei, von der ich sagen könnte, den Job will ich. Sicher gibts überall negative Punkte, neue Leute, andere Situationen und Herausforderungen. Das macht es ja auch gerade spannend. Doch wenn schon der erste Eindruck mehr schlecht als recht ist, fühle ich mich manchmal schon etwas fehl am Platz. Da mag der freundliche Chef noch so überzogen von sich und seiner Firma schwärmen.
Nur, irgendetwas muss man tun, schlussendlich gibts auch Geld für die Arbeit, welche man leistet und ohne das steht man eher mit kurzen Hosen da.
Angenommen ich wüsste, der Job ist zwar Scheisse, aber ich habe die Möglichkeit weiter zu kommen, mich zu entwickeln, die Herausforderung wachsen zu lassen und schlussendlich die Arbeit mit einer gewissen Genugtuung zu erledigen, so würde ich zusagen. Zu wachsen ist etwas schönes, zu sehen, was man erreichen kann genauso. Und in einem gewissen Masse will sich jeder steigern – ein Leben lang Drucker zusammensetzen kann nicht zufriedenstellend sein.
Vielleicht sehe ich den Weg noch nicht, das Ziel liegt im Nebel oder ich stehe mir im Weg wenn ich sage, es bleibt unerreichbar. Doch Stillstand ist der Tod.
Ohne auch einmal einen etwas risikoreicheren, weniger abschätzbaren Schritt zu tun, kann man/frau auch nicht wachsen, geschweige denn etwas erreichen. Die momentane Situation sollte/müsste ja kaum befriedigender sein, als ein Funken Hoffnung auf etwas neues, etwas gutes oder gar besseres…
Zudem bekommen die wenigsten gleich einen Chefposten, egal wie lange man Drucker zusammen gesetzt hat. Sonst wäre ich schon längst Pflegedienstleitung, aber ohne Arbeit auch keine Karriere, so ist’s nun mal.
du hast sicherlich recht. ausserdem bin ich auch nicht auf einen chefposten aus. hoffe das kam nicht so rüber, denn von der auswahl an jobs die ich vor mir habe, sehe ich bei keinem eine reelle chance weiter zu kommen. wenn dir eine personalfrau beim ersten gespräch klar macht, dass sie jemanden suchen, der genau diesen job erledigt und nicht jemanden, der nur in die firma will um weiter zu kommen, macht man sich schon ein paar gedanken. würde ich die chance sehen, hätte ich kein problem damit mich “durchzuarbeiten”.
Stillstand mag der Tod sein – ja, aber vermeindlicher Fortschritt kann sich auch als Rückschritt entpuppen. Was die Jobsache betrifft, kann ich nicht so gross was dazu sagen, nur hab ich schon öfters gehört, dass man sich lieber gedulden soll, als den nächstbesten Job anzunehmen.
Da bin ich etwas anderer Meinung. Lieber arbeiten und sich selbst versorgen können und gleichzeitig weitersuchen, als ewig von der Arbeitslosenkasse zu leben und darauf zu warten, dass der “richtige” Job kommt. Manchmal entwickelt sich auch etwas unerwartetes, aber dafür muss man sich einsetzen und nicht warten bis der Arbeitgeber einen gutbezahlten Super-Job plus Weiterbildungsangebot anbietet.
Vielleicht muss man der Realität ins Auge sehen und sich selbst überlegen, was man als Person dem Gegenüber eigentlich bieten kann…
Was suchst Du, denn genau für n’Job..? Dort wo ich meine Brötchen bekomme hat’s ein paar Stellen frei…
“Das Leben ist kein Wunschprogramm” – einmal mehr mein aktueller Trend-Spruch! Es wäre schön, wenn man sich überall die Rosinen herauspicken könnte, aber so ist es nunmal nicht. Man muss etwas tun um weiter zu kommen, man muss etwas wagen und man muss auch mal ein Risiko eingehen! Stillstand bringt dich in diesem Bereich ganz bestimmt nicht weiter…den ohne Job kannst du weder dein Können, noch deinen Durchhaltewillen, noch sonst irgendetwas unter Beweis stellen…und genau dies ist erforderlich, um auch mal einen “besser” Job zu ergattern!
Die Zukunft beginnt mit dem 1.Schritt.
Wenn Du einen Job annimmst, und sei es noch so ein schlechter, dann erleichtert das die Suche nach einem besseren.
Denn wenn ich als Chef einen guten Job anzubieten habe, gebe ich den lieber einem dem es an seiner Arbeitsstelle nicht gefällt, als einem der keine Arbeit hat. Selbst wenn es dafür plausible Gründe gab.
Manchmal muss man im Leben einfach in den Sauren Apfel beissen.
@caramella&henrietta: Ihr sprecht mir aus dem Herzen!
Jemand der Durchhaltewille, Standvermögen und Ehrgeiz zeigt, sei sein Job noch so versch*****, der beeindruckt wesentlich mehr, als jemand der darauf wartet seinen Wunschjob zu bekommen.
“Äs Lebä isch keis Biscuit” würde da mein Herzallerliebster wohl anfügen
Es geht hier nicht um zu Hause rumsitzen und nichts tun, sondern darum etwas in Bewegung zu setzten, was Zukunft hat und von längerer Dauer ist. Ich glaube bei den Gespächen, die ich bisher hatte, würded ihr euch genauso Gedanken machen. Es ist halt schwierig rüber zu bringen.
Dass ich nun mal keine Lust mehr habe auf einen Job, welchen ich nur ein paar Monate mache und nachher wieder gehen will/muss, weil die Umstände einfach nicht tragbar sind, könnt ihr sicherlich verstehen. Entsprechend versuche ich schon im Voraus abzuwägen, wie gut die Chancen stehen, dass sich etwas längerfristiges ergibt.
Wenn dann der vielleicht zukünftige Chef klar auf den Tisch legt, dass seine Mitarbeiter nach etwa einem Jahr das Handtuch wieder nehmen oder die Stelle auf 3mt befristet ist und eine längerfristige Anstellung kaum möglich ist würded ihr euch das wohl auch etwas besser überlegen.
Ich will keine Rosinen picken, sondern ich will einen Job, auf den ich bauen kann und eine Möglichkeit sehe. Nicht umsonst habe ich im Posting schon getippt
“Angenommen ich wüsste, der Job ist zwar Scheisse, aber ich habe die Möglichkeit weiter zu kommen, mich zu entwickeln, die Herausforderung wachsen zu lassen und schlussendlich die Arbeit mit einer gewissen Genugtuung zu erledigen, so würde ich zusagen.”
Ich habe bei allen Gesprächen reges Interesse hinterlassen, kann an zwei Orten schnuppern und werde heute noch ein neues Gespräch führen.