…kann man auch, wenn man die Person nicht kennt.
So geschehen beim Schmausen durch den berner Märt. Auf der Strasse liegt ein Portemonnaie. Mein Blick fällt darauf, ich gehe fast vorbei und greife dann doch zu. Niemand da, der es mir aus den Händen reisst, also ab nach Hause damit. Leider lässt sich der Besitzer nicht ausfindig machen, so fährt es per Post zurück nach Bern, genauer zur Uni. Denn so einen Ausweis war dabei.
Etwas viel später, genau heute, erreicht mich ein Couvert aus Bern, darin ein künstlerisches Kärtchen, fast genauso unleserlich die Schrift:

Danke an den Absender, ich weiss leider nicht mal mehr wie er heisst
Irgendwie gehöre ich halt noch zu den Menschen, die so etwas als selbstverständlich ansehen. Zum Glück!
Ich Schussel hab mal nen 100er aus dem Automat gelassen und ihn nicht mitgenommen. Frag nicht….
Ein paar Tage später sehe ich den Eingang von 90 Franken auf meinem Konto mit dem Vermerk, dass CHF 10.00 als Finderlohn abgegeben wurden.
HAMMER! Zum Glück habe ich den Beleg auch liegengelassen…
Wir Schweizer sind gute, ehrliche Menschen, die schon alles haben und somit dem Besitzer sein Eigentum auch gönnen.
Nicht wahr?
Das passiert – hab ich jedenfalls auch schon oft gehört. Ich habs noch nie geschafft, geschweige denn, dass ich einen Beleg dazu will… Hm. Mein Geld wär wohl weg.
Jemandem zu gönnen, was er erreicht hat, ist viel wert. Auch wenn ichs zB dummen Hotelerbinnen nicht gönne, wenn sie zu Hause noch etwas an der Fussfessel hängen müssen, statt wie alle anderen hinter Gittern zubleiben. Oder Swissair-Verantwortlichen, die Abfindungen kriegen sollen… Thats another story.