Nun ja, es mag natürlich schon sein, dass die Dämchen und Herrchen von heute ihre exquisiten Einkäufe von Armani in der grossraum Laderampe ihres Flachland Jeeps – ob für 100’000 Fränkli oder mehr sei mal dahingestellt – verstauen müssen. Den wie soll solch edle Robe in ein Autochen wie einem kleinen Peugeot (Anm. Redaktion Auswahl willkürlich erfolgt) passen. Zumal der kleine Peugeot – gemäss Aussagen von Erfahrungsträgern – in seiner Fahrqualität sowieso keine Wahl für schwerfällige, grossspurige, gerntankende Menschen darstellen kann. Schliesslich sieht der “Kleine” jede Kurve als eine Möglichkeit, seinen wahren Charakter und seine unbändigende Freude auszuleben. Dies muss der Fahrer selbstverständlich unterstützen, mitleben, spüren – ja sogar herausfordern und frenetisch celebrieren.

Der Fahrer des Benzin-Alkoholiker’ hingegen wird – und dies betrifft wohl besonders oft die neue Generation dieser Spezies der Möchte-Gern-Gross-Autofahrer: den Frauen – vom Charakter des Auto’s beherrscht. Das Auto will zwei Parkplätze auf einmal? Sagt die Tussie im Prada: “Okay, okay, du darfst!” “Ja, und auch der Randstein vorhin, der soll da nicht so doof rumstehen!”
Nun gut, ist man/frau einmal tolerant und ignoriert all diese unliebsamen Gegebenheiten. Was meiner Wenigkeiten aber wirklich zu Denken gibt, ist vielmehr die Tatsache, dass der gute Schweizer – der ja so stolz auf seine Tradition sein will – einmal mehr die Eigenheiten dir lieben Weltmitbewohner “änetem Teich” kopiert. Es wird gewettert über den Herr Bush, es wird gejammert über die Verschuldung der Amis, vom Ölpreis sprechen wir schon gar nicht, aber was fährt Herr und Frau Schweizer? Bestimmt keinen französischen Kleinwagen! Nunja, anno 2000, als der eigenen Erfahrung ein Besuch des Ami-Land’s zugefügt wurde, war das Erstaunen ja noch gross. Mit einem Kleinwagen wäre das Gefahrenpotenzial jedenfalls enorm gestiegen und beim Kauf des kleinen Auto’s wäre bestimmt auch gleich eine Todesfall-Risiko Versicherung eingeschlossen. Das sich genau diese Entwicklung nun hierzulande abzeichnet, ist weit bedenklicher als das Problem der Spezies “Gucci-Tussi” und “Armani-Schwester” .