September 5, 2006 1

Reisemarathon über drei Länder in zwei Tagen

By Strohsilo in Aus dem Leben

…oder Kanu fährt man normalerweise flussabwärts…

Die Vorgeschichte:

Nach 10 Jahren erlaubt sich der Partyverein 1150 eine Jubiläumsreise zu organiseren, welche für alle Helfer gratis ist. Dementsprechend haben sich auf dieses Unterfangen – mit ungewissem Ausgang – 59 Menschen eingelassen.

Die Reise:

Samstagmorgen 08:15 Uhr wird der Doppelstockcar bestiegen, welcher uns über die Grenze durch den Schwarzwald an den Titisee bringt. Kurvig, viel Grün und wenig wahrgenommene Landschaft – so könnte man das in einem kurzen Satz beschreiben. Dabei ist der Schwarzwald doch eigentlich ein schönes Fleckchen Erde. Nun, der Titisee, ein friedlicher See, an dem wir es gewiss das ganze Wochenende ausgehalten hätten. Mit Nichtstun, vielleicht zelten, sich mal auf ein Bike schwingen oder gute Gespräche führen. Die Planung sah das allerdings etwas anders. Wie japanische Touristen gings vom Car aufs Schiff, bepackt mit Fotokasten und Sonnenbrille. Eine Rundfahrt, etwas Aussicht und selbes Spiel rückwärts in den Car. So muss sich also ein Japaner fühlen.

Weiter kurvten wir zu schlechter Musik durch den Schwarzwald über die Grenze nach Frankreich, wo wir theoretische drei Stunden auf dem Kanu (wen wunderts) flussabwärts verbringen sollten. Ueli meinte: “de Seich hani jetz scho mindestens zäh mol mitgmacht, ich gang lieber go essä”. Den Guide spart sich die grosse Gruppe, da man ja Karten lesen kann und keine Ahnung hat wos langgeht. Also rein in die schaukelnden Dinger – und dass ja der letzte den ersten nicht aus den Augen verliert – bei 30 Kanus und einer wunderbar kurvigen Strecke. So kam es dann auch, dass einige Boote ein grosses Stück flussaufwärts richtig abbogen, der Rest jedeoch gemütlich an der Abzweigung vorbeitrieb um nach langem Warten herauszufinden, dass etwas nicht stimmen konnte.

Ach ich liebe das Gefühl, wenn die Äste von den Bäumen ins Gesicht klatschen, die Hände schmerzen und man mit seiner Mitfahrerin wettert weil man so Mühe hat, den Fluss wieder aufwärts zu paddeln… Selten so geflucht…

Fazit: Rudern ist gesund und fördert den Kreislauf, 10 verschiedene Spinnenarten und ein paar grüne Raupen im Boot Natur pur und der Aussstieg aufs Festland die grösste Freude an diesem Tag…

Touristisch weiter mit dem Car und mit entsprechender Verspätung (rückwärtspaddeln sei dank) wurde tatsächlich ein Menüpunkt ausgelassen, dafür gings direkt zum Hotel in Strasbourg. Das Städtchen wäre sehr sehenswert, doch mehr als ein paar Häuser und Kirchen von aussen, einem Nachtessen mit animatorischer Dame (welche beim Essen mehr gestört hat als unterhalten und danach auch noch das Körbchen jedem unter die Nase streckte), einem Tanzkeller und einer Rundfahrt auf dem Flüsschen haben wir leider nicht zu sehen bekommen. Schade eigentlich.

Strasbourg by night

Dementsprechend, statt die City von Strasbourg noch etwas zu geniessen und zu beäugen, gings nach der elsässisch untertitelten Flussfahrt per Car zurück in die Schweiz, genauer nach Basel. Was zum … machen wir in Basel? In den Zoo? Das Tinguely-Museeum ankucken? Kanufahren im Rhein? Weit gefehlt – unter Führung einer jungen Dame wurde das Joggeli besichtigt. Ja, es ist eindrücklich. Aber irgendwie doch nicht so spannend. Da wäre mir ein Stadtbummel durch Strasbourg doch viel lieber gewesen (ich kanns nur wiederholen).

Fazit der zwei Tage: Schön wieder mal ein paar altbekannte Gesichter zu sehen, welche man sonst kaum sieht, erschreckend, dass man auch nach 10 Jahren Vereinsgeschichte noch kanufahren geht und schön wieder zu Hause zu sein. Etwas weniger touristisch, dafür ausgedehnter wäre toll gewesen.

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One Response to “Reisemarathon über drei Länder in zwei Tagen”

  1. sheepmom sagt:

    Da kann ich Dir nur beipflichten. Und lass Dir eins gesagt sein, als Krankenschwester werde ich keine Notfalleinsätze für kleine, wehleidige Mädchen mit einem IQ unter 30 annehmen. Die stuft man nämlich in den Bereich der Idiotie ein, was den Punkt ziemlich genau trifft.

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