Die Vorfreude ist bekanntlich die grösste Freude – so sagt man zumindest. Meinereiner freute sich jedenfalls ungemein auf den ernüchternd kalten Moment des Anstehens, des Wartens und auf das Betrachten der Menschenmenge, die frierend in aller Frühe vor dem sonst fast verlassenen Bahnhof stehen würde, um an ein Ticket für besagten Robbie zu kommen. Allein schon die Idee anstehen zu müssen um dann noch eine beträchtliche Summe abgeben zu “dürfen” bereitete mir etwas Kopfzerbrechen. Die Tatsache, für 120 Schweizer Franken an einem ganzen Openair teilnehmen zu können, eine Vielzahl von Bands erleben zu dürfen und dies auch noch ganze drei Tage lang, bereitete mir doch etwas Bauchschmerzen und meine Skepsis wuchs von Stunde zu Stunde. Doch nichts sollte mich aufhalten, denn der Wille eine grössere Geldsumme in Sekunden gegen etwas Papier einzutauschen erschien mir als richtig.
Fast blind vor Vorfreude zelebrierte man jeden Tag von neuem diese Euphorie, steigerte sich in etwas hinein, machte einen Spass daraus. Doch hat nicht jeder Spass auch etwas wahres? Insgeheim, in den tiefsten Gedanken versteckt und mit einer Portion Ironie stellte man sich gerne vor, die lausigen Papiertickets schon in der Hand zu halten. Der Tag der Wahrheit rückte immer näher, der Wecker wurde gestellt um auch früh genug anwesend zu sein. Weit im Voraus wurde der Fahrplan zusammengesucht, die beste Vorverkaufsstelle ausgelost und trotzdem durchkämmten gewisse Gedanken immer wieder meinen Kopf. Gedanken die druchaus ihre Berechtigung hatten, die in Frage stellten ob das Anstehen, das frühe Aufstehen und der Geldbetrag machten dies Überzeugung schlussendlich fast ganz zunichte. Doch man gibt sich nicht gleich geschlagen – kämpft weiter und überhört den nicht gestellten Wecker schlussendlich wunderbar um bis 09:30 Uhr auszuschlafen… Das Radio verkündet, die Tickets seien an gewissen Orten schon eine Stunde später ausverkauft gewesen, hätte sich da die Mühe überhaupt gelohnt?
Fazit: Überteuerte Tickets, die neun Monate warten bis zum eigentlichen Konzert und die Tatsache fast vor Ort übernachten zu müssen um an Tickets zu kommen, waren nicht Grund genug mich aufzuraffen und darum zu “kämpfen”. Konzerte gibt es noch x andere – wenn auch logischerweise mit anderen Künstlern – welche überhaupt nicht schlechter sein müssen als dieser Robbie.