Voller Vorfreude über eine Clubnacht in Zürich liess ich mich von den SBB in den Ausgang chauffieren. Wunderbar, dachte ich mir, so sehe ich mal ein paar Clubs die ich noch nicht kenne, komme zum ausgelassenen Tanzen und kann auch noch eins kippen, da ich nicht fahren muss.
Nach einem gemütlichen Cappucino im La Salle schlenderten wir amüsiert durch den Ausgangsverkehr zur Säulenhalle. Nach längerem Anstehen, trotz Ticket und einem Autofahrer der unbedingt durch die Menge fahren musste, wurden wir schultergeklopft in den Club gelassen. Scheinbar hatte der Türsteher seine helle Freude an unserem doch schon etwas verstaubten Jahrgang.
So feierten wir die Party (bitte Paardi -züridütsch für Tussis- aussprechen), liessen es uns gutgehen und tanzten eifrig zu allem ausser dem langweiligen Antoine-Tussi-House.
Einige Stunden später, wieder alleine, zog ich noch schnell ins Q, um mir davon auch noch einen Eindruck zu verschaffen. Das hätte ich dann doch lieber lassen sollen, denn diese Selbstdarsteller, Zerrissene-Jeans-Trager, Schleimlanghaargesichter, vorwiegend Nicht-Einheimische, Sonnenbrillenblender und Tussis gaben mir doch zu denken. Gut, es war schon bald 6 Uhr am Sonntag Morgen, aber der reine Anblick des Kiu’s, gut gefüllt mit obengenannten Leuten brachte mich zur Überzeugung, hier am falschen Ort zu sein.
Entweder bin ich einfach nicht mehr im richtigen Alter um das geil zu finden, oder meine Hirnwindungen drehen halt schon etwas anders als bei diesen Partygästen. Gut ging die Party auch ohne mich noch bis um 9 Uhr weiter, so konnte ich ohne schlechtes Gewissen oder das Gefühl DIE Party schlechthin verpasst zu haben meinen Zug besteigen.
Dann gehe ich doch lieber mal wieder an eine Schlagerparty… Oder gibts in Zürich noch Clubs, in denen man sich nicht zu alt, den falschen Style tragend und etwas aussätzig vorkommt?
September 18, 2005
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[...] Mein Besuch des Q’s in nüchternem Zustand beschränkte sich ja auf ein paar wenige Minuten morgens um fünf, aber das Bild, welches ich mit nach Hause brachte war alles andere als überzeugend. Siehe hier. [...]