Von weitem scheint die Geschichte ganz einfach: Kollege Chaos hat eine neue Wohnung, die nur etwa 300m von der Alten entfernt liegt. Am Mittwoch, also in nicht mal mehr ganz zwei Tagen, will er seinen Krempel von A nach B verschieben. Dazu hat er natürlich auch gleich mich engagiert.
Der gute Mann allerdings ist Chaot mit Leib uns Seele, weiss genau, dass er vor dem Zügeltermin (zur Erinnerung, der Mittwoch) seine Habseligkeiten verpacken sollte. Vor ein paar Minuten habe ich mit ihm telefoniert. Vorbereitung ist alles, entsprechend dieser Weisheit hat er bereits heute Abend ein Büchergestell ausgeräumt.
Selbst nach diesen durchwegs guten Nachrichten, kann kaum noch etwas erschüttern. Doch die neue Wohnung hat keinen Kühlschrank. Ähm, Küche ist vorhanden, Dusche genauso. Aber die Küche hat keinen Kühlschrank. Etwas suspekt die Geschichte – schliesslich gehört zu jeder Wohnung so etwas. Es ist nicht mal eine Aussparung dafür vorgesehen. Wie war das bei der Vormieterin?
Der Konsummensch lässt sich gerne treiben und kennt sein Lieblingsauktionshaus in- und auswendig. Entsprechend schnell war der passende Kasten gefunden, im 50er Jahre Touch. Meinereiner meinte es gut und versuchte nebenbei etwas Günstiges zu organisieren. Und siehe da, es könnte klappen. Ein zweitüriger Standartschrank, der sogar gehobenen Ansprüchen gerecht werden könnte. Für lau, fast nichts, oder noch etwas weniger. Jedenfalls nicht für 950 Franken, wie Ricardo es gerne hätte. Doch passt das dem organisierten Zügelmeister? Der verdammte Plastikkasten hat halt schon mehr Style als der weisse, gebrauchte, günstige Kühlschrank. Unverständnis.
Sind am Mittwoch Morgen die Kisten gefüllt, wenn ich dem guten Mann helfen sollte die 300m zu überwinden? Meine Gefühle sind gemischt. Den Erzählungen seines letzten Zügelabenteuers lauschend, möchte ich am liebsten absagen.
einmal dem chaos verpflichtet, geht nichts mehr ohne